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Ökonomie

Der Mensch im Kapitalismus. Marx schrieb, das Wesen des Menschen sei „das ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse"1. Was klingt wie die Beschreibung von lückenlos programmierten Androiden, nimmt im Grunde nur die banale Tatsache auf, dass die Welt der Menschen für sie so aussieht, wie sie eben aussieht, sich so anfühlt wie sie sich anfühlt und ihnen gegenübertritt wie sie ihnen gegenübertritt: „Indem die Menschen ihre Lebensmittel produzieren, produzieren sie indirekt ihr materielles Leben selbst.

Die Weise, in der die Menschen ihre Lebensmittel produzieren, hängt zunächst von der Beschaffenheit der vorgefundenen und zu reproduzierenden Lebensmittel selbst ab. Diese Weise der Produktion ist nicht bloß nach der Seite hin zu betrachten, daß sie die Reproduktion der physischen Existenz der Individuen ist. Sie ist vielmehr schon eine bestimmte Art der Tätigkeit dieser Individuen, eine bestimmte Art, ihr Leben zu äußern, eine bestimmte Lebensweise derselben. Wie die Individuen ihr Leben äußern, so sind sie. Was sie sind, fällt also zusammen mit ihrer Produktion, sowohl damit, was sie produzieren, als auch damit, wie sie produzieren. Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion."2

Diese These von der durchdringenden Bedeutung der gesellschaftlichen Verhältnisse für das menschliche Wesen bedeutet umgekehrt auch, dass geänderte gesellschaftliche Verhältnisse ebenfalls eine Änderung der Menschen bedeutete. Die Marxsche Ökonomie öffnet also der Utopie das Tor. Im Folgenden ist sie näher zu betrachten, insbesondere, ob sie sich auch empirisch bewährt.

1 Karl Marx: Thesen über Feuerbach, MEW 3, S.6

2 MEW 3, S.21

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