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Analyse und Synthese

Ist da etwas faul mit den Menschen? Ist da etwas krank, das auch gesund sein könnte?
Viele sagen, die Welt ist so wie sie ist und kann nicht anders sein. Die Verhältnisse sind gottgegeben oder naturwissenschaftlich logisch notwendig oder eben Ausdruck der unwandelbaren menschlichen Natur. Sie weisen auf eine Überfülle empirischer Befunde und halten Utopien für Zeitverschwendung.
Ich kann das nicht widerlegen. Ich habe bloß den Wunsch, Menschen theoretisch die Möglichkeit zu bewahren, friedlich und liebevoll miteinander zu leben; ein frommer, aber unsinniger Wunsch, wie die genannten Konformisten sagen würden. Vielleicht zurecht.

Doch wie wäre es, wenn es gelänge, die Möglichkeit der Menschheit im emphatischen Sinne, also einer friedlichen, liebevollen Gesellschaft, zu entwickeln, ohne die empirischen Befunde zu missachten? Wie, wenn man aufweisen könnte, dass unmenschliches Handeln nicht aus der unwandelbaren Natur des Menschen oder göttlichem Willen oder logischer Notwendigkeit hervorgehen muss, sondern wesentlich bloß Reaktion auf körperliche und seelische Verletzungen sein könnte, sowie Reaktion auf unmenschliche gesellschaftliche Verhältnisse? Wie, wenn man zeigen könnte, dass Menschen, die unmenschlich handeln, krank sind, das sie, soweit sie Unmenschlichkeit für unabwendbar halten, paranoid, also wahnsinnig sind? Wie, wenn man einen Weg finden könnte, den Menschen ans Herz zu legen, sich die Freiheit zu nehmen, die Gesellschaft und damit sich selbst zu heilen? Wie, wenn ein Mittel dazu sein könnte, das Hirngespinst einer realistischen Utopie vorzulegen?
Ich muss nicht mehr aussprechen, dass ich das alles für möglich halte. Im Folgenden sollen philosophische Gedanken Vorschläge zur Beantwortung der Frage machen, wie denn die ideale Gesellschaft aussehen müsste. Ökonomische Betrachtungen beschäftigen sich mit dem Problem, wie die gesellschaftlichen Verhältnisse heute und hier beschaffen sind und auf welche Weise sie die Menschen davon überzeugen, dass die Gesellschaft so zu bleiben hätte wie sie ist. Psychologische Erwägungen schließlich handeln von der Art und Weise, wie die Seele, wie das Gemüt die gesellschaftlichen wie individuellen, die körperlichen wie die seelischen Belastungen verarbeitet, insbesondere damit, wie es dazu kommen kann, dass Menschen das Gegenteil dessen fühlen und tun, was für sie gut wäre. Die drei Bereiche sind nicht sauber zu trennen, sondern überlappen und durchdringen sich oftmals.


Vorweg ein Dokument meiner ersten Bemühungen in diesem Themenfeld. Eine Hausarbeit über den Aufsatz 'Traditionelle und Kritische Theorie' von Max Horkheimer . Geschrieben auf der mechanischen Borsig-Reiseschreibmaschine meiner Mutter. Damals war Schreiben noch eine praktische Anstrengung.